Im Urlaub ausgesetzte und verstoßene Kinder auf der Sonneninsel Teneriffa, dem Ferienparadies für viele Touristen aus Deutschland? Kaum zu glauben, aber bittere Realität. Und Schwester Pino, die Oberin des Kinderheims Centro Educativo Matilde Téllez, weiß ein trauriges Lied davon zu singen. Mehr als ein Dutzend alleine gelassener Jungen und Mädchen zwischen wenigen Monaten und dem Teenageralter werden dort im Schnitt betreut. Was das Allertraurigste ist: Die Kinder sind meist keine Waisen. Ihre Eltern leben, aber wollen nichts mehr von ihnen wissen. Schwester Pino und ihre Mitschwestern sind ihre Ersatzfamilie auf Zeit.
Aus was für Familien kommen die vergessenen Kinder von Puerto de la Cruz? Längst nicht nur aus einheimischen. Auch gestrandete Auswanderer und Urlauber lassen auf der Kanareninsel ihre Kinder im Stich und verschwinden oft spurlos. Darunter sind Drogensüchtige und Alkoholiker, Straftäter auf der Flucht vor der Polizei und Menschen, denen der Nachwuchs einfach nur lästig geworden ist.
Ist die rechtliche Lage geklärt, kommen die Kinder auf Veranlassung der spanischen Behörden in die sogenannte Pre-Adoption. Das ist eine Art Wartestellung, bis sie von mitfühlenden Menschen mit nach Hause genommen werden. Oft passiert das niemals. Vor allem, wenn die Kinder schon älter sind oder Geschwister nicht getrennt werden wollen.
Das größte Problem für Schwester Pino und ihre engagierten Mitstreiterinnen im Kinderheim sind Geldsorgen. Die Inselregierung zahlt immer weniger an Unterstützung, auch
einheimische Unternehmen haben das Spenden eingestellt. Daher ist das Kinderheim dringend auf Spenden angewiesen, selbst kleinere Summen von 20 Euro können helfen. Benötigt
wird das Geld für Kleidung und Nahrung, Milch und Medikamente sowie Spielzeug.
Quelle: http://www.kanarenexpress.com/1000003/1000005/0/27761/reportage.html
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