Global Marshall Plan Initiative Drucken

Logo

 

Hintergrund

Die katastrophale wirtschaftlich-soziale Lage vieler Länder wurde bereits unter der Rubrik "Spenden ist wichtig" aufgezeigt. Zur Untermauerung des eklatanten internationalen bzw. transkontinentalen Entwicklungs- und Wohlstandsgefälles folgen einige weitere "harte Fakten".

Die nachstehende Grafik zeigt die Lebenserwartung in den einzelnen Ländern der Erde: 

Lebenserwartung

Legende

(Quelle: Wikipedia)

Dieses ist eine Karte der Staaten mit über 20 %-Anteil an unterernährten Menschen an der Gesamtbevölkerung: 

Welthunger

(Quelle: Wikipedia)

Das folgende Diagramm zeigt den prozentualen Anteil der Menschen, die von weniger als einem Dollar pro Tag leben (bezogen auf die Gesamtbevölkerung):

Ein-Dollar-Armut

(Quelle: Wikipedia)

Auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung findet sich folgendes Zitat:

"Das Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im Jahr 2004 bei 40.960 Mrd. US-Dollar. Davon entfielen mit 31.618 Mrd. US-Dollar über 77 Prozent auf die ökonomisch entwickelten Staaten und mit 8.408 Mrd. US-Dollar etwa 20,5 Prozent auf die ökonomisch sich entwickelnden Staaten. ... Während im Jahr 2004 auf Europa bzw. die USA und Kanada 32,7 bzw. 31 Prozent des Welt-BIP entfielen, hatte ganz Afrika mit 793 Mrd. US-Dollar lediglich einen Anteil von 1,9 Prozent am Welt-BIP."

Angesichts dieser skandalösen Ungleichheit wird immer häufiger die Frage gestellt, welche Rolle die zunehmende internationale Verflechtung der Politik, der Wirtschaft, der Kultur und anderer Bereiche - kurz zusammengefasst unter dem Schlagwort "Globalisierung" - spielt.

Diese Frage ist von ungeheurer Komplexität und kann hier nicht im Ansatz erschöpfend diskutiert werden. Ich (Dr. Dirk Möller) möchte lediglich einige persönliche Überlegungen skizzieren: 

Globalisierung kann weder rückgängig gemacht werden noch ist sie per se schlecht. Eine behutsam gestaltete Globalisierung könnte sich sogar positiv auf entwicklungsbedürftige und reiche Länder im Sinne einer gemeinsamen win-win-Situation auswirken. Immerhin haben sich im Fahrwasser internationaler Verflechtungstendenzen einige wichtige Parameter deutlich verbessert, die eine erfolgreiche Kooperation armer und reicher Länder begünstigen könnten (Achtung: Konjunktiv!). Ich denke dabei z.B. an die größeren Möglichkeiten der (Tele-)Kommunikation, des Warentransports und Personenverkehrs sowie die größere Kenntnis fremder Kulturen und regionaler Besonderheiten. Während früher eine konstruktive Zusammenarbeit der Nationen schon alleine durch die bestehenden Entfernungen und Informationsdefizite erschwert wurde, ist die Welt heute ingesamt näher zusammen gerückt und "kleiner" geworden. Afrika z.B. ist nicht mehr weit ab "vom Schuss", sondern relativ leicht und schnell zu erreichen. Außerdem ist heute die allgemeine Informationsdichte so groß, dass es aufgrund kultureller Unterschiede nicht zu unüberbrückbaren Differenzen kommen dürfte.

Eigentlich keine schlechten strukturellen Voraussetzungen, aber leider sieht die Realität ganz anders aus. Weitgehend unreglementierte und nicht-kanalisierte Globalisierung, wie sie derzeit abläuft, verbessert die Situation armer Länder nicht. Im Gegenteil werden bestehende Entwicklungsunterschiede zementiert oder sogar verstärkt. Die Welt schlittert von einer politischen Krisenlage in die nächste und steuert ganz nebenbei auf eine globale Klima-Katastrophe zu, wofür es glasklare Fakten gibt (nachzulesen z.B. im Weltklimabericht 2007 des Intergovernmental Panel on Climate Change; deutschsprachige Zusammenfassung hier). Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der im Jahre 2006 von David Guggenheim in Zusammenarbeit mit Al Gore veröffentlichte Dokumentarfilm "An Inconvenient Truth", der das Ausmaß und die Folgen der globalen Erwärmung in schonungsloser Deutlichkeit aufzeigt (nähere Informationen zu dem Film finden Sie z.B. hier).

Angesichts dieser eklatanten Fehlentwicklungen wurde schon 1990 von dem damaligen Senator des US-Bundesstaates Tennessee Al Gore die Idee für einen globalen Marshall Plan entwickelt (Quelle: "Wege zum Gleichgewicht - Ein Marshall Plan für die Erde"). Dabei geht es im Kern darum den aus den Gleisen geratenen Hochgeschwindigkeitszug "Zivilisation" wieder auf die richtige Spur zu setzen. Gore entwirft eine Strategie für die Stabilisierung des Bevölkerungswachstums, die globale Durchsetzung ökologisch angepasster Technologien und die Umwelterziehung und sieht diese Strategie als letzten Ausweg um einer drohenden globalen (Umwelt-)Katastrophe zu entgehen.

Diese strategischen Überlegungen wurden im Jahr 2003 von der Global Marshall Plan Bürgerinitiative aufgegriffen und weiter entwickelt.Balance the world Die Bürgerinitiative ist politisch unabhängig, überparteilich und weltweit aktiv.

Leitideen

Die Global Marshall Plan Initiative setzt sich für ein verbessertes und verbindliches globales Rahmenwerk für die Weltwirtschaft ein, welches die Wirtschaft mit Umwelt, Gesellschaft und Kultur in Einklang bringt. "Balance the world" ist der so verstandene Leitgedanke der Initiative. Globalisierung soll bis zu einem bestimmten Grad gesteuert werden und in Folge dessen gerechter ablaufen.

Nicht zuletzt aufgrund der Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen ist die Etablierung einer öko-sozialen Marktwirtschaft unumgänglich, gestützt auf einen gemeinsamen Lernprozess und eine universelle Wertebasis der Völker und Kulturen. 

Zielsetzungen

Diese Leitideen werden durch konkrete Zielsetzungen operationalisiert. Die Global Marshall Plan Initiative verfolgt im Wesentlichen fünf Zielsetzungen (Quellen: Website der GMP Initiative sowie Wikipedia):

  1. Erreichen der im Jahr 2000 von 191 Nationen vereinbarten Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen als Zwischenschritt zu einer gerechten Weltordnung und zu nachhaltiger Entwicklung bis zum Jahr 2015.
  2. Im Vergleich zum Jahr 2004 Aufbringung von durchschnittlich 100 Mrd. US$ pro Jahr zusätzlich im Zeitraum 2008-2015, damit die Millenniumsziele verwirklicht werden können.
  3. Faire Mechanismen zur Aufbringung der benötigten Mittel. Ein wesentlicher Teil der Mittel zur Verwirklichung der Millenniumsziele soll über Abgaben auf globale Transaktionen und den Verbrauch von Weltgemeingütern aufgebracht werden.
  4. Überwindung des globalen Marktfundamentalismus durch Etablierung eines öko-sozialen Ordnungsrahmens der Weltwirtschaft. Dies soll im Rahmen eines fairen Weltvertrages geschehen. Dazu gehören Reformen und eine Verknüpfung bestehender Regelwerke und Institutionen für Wirtschaft, Umwelt, Soziales und Kultur.
  5. Voraussetzung zur Erreichung eines vernünftigen Ordnungsrahmens sind eine faire partnerschaftliche Zusammenarbeit auf allen Ebenen und ein adäquater Mittelfluss. Die Bekämpfung von Korruption und koordinierte und basisorientierte Formen von Mittelverwendung werden als entscheidend für eine selbstgesteuerte Entwicklung angesehen.

Aktivitäten 

Die Global Marshall Plan Initiative setzt bei ihren Aktivitäten zwei Schwerpunkte: Bewusstseinsbildung und integrative Lobbyarbeit. Durch Vorträge, Informationsveranstaltungen und zahlreiche Publikationen werden viele Menschen und Gruppen über die Ziele der Global Marshall Plan Initiative informiert, so dass Aufmerksamkeit geweckt wird und schließlich politischer Wandlungswille in der Mitte der Gesellschaft entsteht.

Gleichzeitig werden Entscheidungsträger auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene in direkter Ansprache für die Unterstützung gewonnen. Dadurch entsteht eine breite Allianz miteinander vernetzter Trägerorganisationen und Einzelpersonen, die die Bürgerinitiative unterstützen. Mittlerweile hat die Initiative breiten und renommierten Rückhalt in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Auf der Website des Global Marshall Plans kann man sich z.B. über die vielen prominenten Unterstützer und Förderer informieren (z.B. hier).

Kurzzusammenfassung

  • im Jahr 2003 gegründete Bürgerinitiative für eine Welt im Gleichgewicht ("World in balance")
  • Einsatz für eine gerechtere Globalisierung auf der Grundlage eines weltweit verbindlichen öko-sozialen Ordnungsrahmens
  • Aktionsschwerpunkte: Bewusstseinsbildung der Bevölkerung und integrative Lobbyarbeit
  • breite Unterstützung durch anerkannte Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft

 

Wie können Sie helfen? 

  • Geldspenden (ausführliche Informationen dazu hier)
  • "Buch-Abo" für 12 € monatlich (nähere Informationen dazu hier)
  • passive Unterstützung der Bürgerinitiative nach Registrierung
  • aktive Unterstützung des Global Marshall Plans (die Website der Initiative zeigt dafür verschiedene Möglichkeiten auf)



Weitere Informationen über die Global Marshall Plan Initiative finden Sie auf der Website der Bürgerinitiative


Quellen:
http://www.globalmarshallplan.org
http://www.awi.de
http://www.bpb.de 
Flyer des Global Marshall Plans 
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 21. März 2008 )