Förderkreis Hilfsfonds Padre Miguel e.V. Drucken

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Hintergrund

Argentinien ist ein Land mit schwerwiegenden sozial-ökonomischen Problemen. Als Folge politischer Wirren – u.a. einer langjährigen Militärdiktatur (1976-1983) – verfehlter wirtschafts- und sozialpolitischer Entscheidungen und daraus resultierender schwerer Wirtschaftskrisen rutschte ein Großteil der Mittelschicht des Landes in die Armut ab. Heute entfallen auf ca. 40% der Bevölkerung nur etwa 10% des Volkseinkommens, während die argentinischen Top-Manager-Gehälter zu den höchsten in Südamerika zählen. (Quelle: Wikipedia)

Während der jüngsten wirtschaftspolitischen Krise Argentiniens zwischen 1998 und 2002 kam es zu einer starken Rezession und dem Kollaps des Finanzsystems. Das Bruttoinlandsprodukt sank um insgesamt 21% mit verheerenden sozialen Folgen. Mitte 2002 lag die Armutsrate bei erschreckenden 57% und die Arbeitslosenquote stieg auf 23%. (Quelle: Wikipedia)

Ungebrochen stark bleibt die Korruption. So ist bis heute unklar, wo die öffentlichen Gelder in Höhe von einer halben Milliarde Dollar geblieben sind, die Ex-Präsident Nestor Kirchner während seiner Zeit als Gouverneur der Provinz Santa Cruz auf Luxemburger und Schweizer Banken überwiesen hatte. Kirchner behauptet, er habe auf diese Weise das Geld vor der Abwertung gerettet, schweigt aber zu seinem Verbleiben.

Seit 2003 verbessert sich die wirtschaftliche Situation des Landes sukzessive. Dennoch sind die sozialen Probleme, insbesondere eine weit verbreitete allgemeine Armut, nach wie vor offensichtlich. 

Vor diesem wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Hintergrund gründeten  im Jahr 1993 der Journalist und Korrespondent Dr. Gerhard Hofmann (früher ARD, dann RTL und n-tv, jetzt selbständig als Berater) und seine Frau Veronika Neukum-Hofmann den als gemeinnützig und mildtätige anerkannten "Förderkreis Hilfsfonds Padre Miguel e.V."

Der Verein unterstützte zunächst den in Buenos Aires tätigen ukrainisch-stämmigen Armenpriester Miguel Hrymacz, genannt Padre Miguel, bei seiner Arbeit und führte drei Projekte durch.

Dr. Gerhard Hofmann war von 1989 bis 1992 als ARD-Korrespondent in Buenos Aires tätig und konnte sich damals  von der faszinierenden Vielfältigkeit und Effektivität der Arbeit von Padre Miguel persönlich vor Ort überzeugen.

Padre Miguel hatte erkannt, dass Eigeninitiative mehr hilft als jedes Entwicklungsprogramm. Die Menschen, die er ständig zu neuen Aktivitäten anregte, waren stolz auf das Erreichte und wollten es bewahren. Sie überwanden die Resignation, bekamen Selbstbewusstsein und nahmen vielfach zum ersten Mal ihr Leben selbst in die Hand.

Im Mai 2006 besuchte der damalige Bundesaußenminister Steinmeier Buenos Aires. Während eines Empfangs in der Botschaft traf er Padre Miguel (s. Bild).

Treffen mit dem Außenminister

In der Pfarrei Padre Miguels in Florencio Varela lag bisher der Schwerpunkt der Aktionen des Hilfsfonds. Die weitere Finanzierung der Projekte dort übernehmen jetzt die Kirche und die Provinz Buenos Aires.Denn eine Villa Miseria, wie die Argentinier die Elendsviertel nennen, ist die Pfarrei Medalla Milagrosa dank des Einsatzes von Padre Miguel schon lange nicht mehr.

Nach einem Besuch in der "Villa 21-24", einem anderen noch wirklich bedürftigen Armenviertel im Süden der Hauptstadt, entschlossen sich Hofmann und seine Frau daher nach einem Besuch im Januar 2008, dort zu helfen, wo die Not am größten ist und es den Menschen viel schlechter geht.

Deshalb haben sich die Aktivitäten des Hilfsfonds 2008 ins Zentrum, in die sogenannte "Capital Federal", genauer gesagt die "Villa 2124", einer Armensiedlung an der Mündung des Flüsschens Riachuelo, verlagert.

Der dortige Partner des Hilfsfonds heißt Padre Pepe di Paola. Auf ihn trifft die Beschreibung Padre Miguels mit dem einen Unterschied zu, dass seine Familia aus Italien stammt.

Ziele und Projekte

Ziel des Hilfsfonds Padre Miguel e.V. ist es, über Sammelaktionen finanzielle Mittel zur Förderung der Arbeit von Padre Miguel in Buenos Aires bereit zu stellen. Der Hilfsfonds garantiert, dass das gesammelte Geld zu 100% (!) in Buenos Aires ankommt. Es entstehen keine Verwaltungskosten.

Im Folgenden wird skizziert, wofür die von dem Hilfsfonds Padre Miguel e.V. gesammelten Spenden bisher konkret verwendet wurden. Die Darstellung der von Padre Miguel in Florencio Varela durchgeführten Hilfsmaßnahmen zeigt, wie vielfältig und unmittelbar dieser Pfarrer den bedürftigen Menschen seiner Gemeinde hilft. 

Kinderkrippe/ Kindergarten 

Padre Miguel hat für die vielen ledigen Mütter eine Möglichkeit geschaffen, dass sie arbeiten können, und ihre Kinder dennoch aufgehoben sind. Die kleinen kommen in die Kinderkrippe, die älteren gehen in den Kindergarten der Pfarrei (inzwischen fast 300 Kinder, die täglich versorgt werden müssen.

Kindergarten

Altkleider-Sammelstelle/ Apotheke/ Arbeitsbörse 

Der Kirche von Padre Miguel sind eine Altkleider-Sammelstelle und eine Apotheke angegliedert. Versorgt werden monatlich 1.500 Familien. Hier funktioniert auch die Arbeitsbörse. Mehrere Tausend Menschen suchen ständig Arbeit über die Pfarrei – im Angebot sind einfache Jobs: Hausmeister, Zugehfrau, Arbeiter, Handlangerdienste.

ArmenkücheArmenküche

Im großen Saal der Kirche werden täglich zwischen 500 und 800 Essen ausgegeben. Die Armenküche ist das Herzstück, der historische Anfang von Padre Miguels „Sozialwerk" (s. Bild). Sie ist eine von vielen in den Armenvierteln von Buenos Aires. Insgesamt 2-3 Millionen Menschen sind rund um die Hauptstadt täglich auf Gratis-Essen angewiesen.

Heim für Kindmütter und drogengefährdete Jugendliche 

Padre Miguel plante schon seit Jahren den Bau eines Heims für Kindmütter und drogengefährdete Jugendliche in Florencio Varela. Dieser Plan war der Auslöser für die Gründung des Hilfsfonds. Das Kindermissionswerk in Aachen finanzierte den Bau u.a. mit EU-Geldern. Der Hilfsfonds übernahm DM 150.000. Die Stiftung RTL-Wir helfen Kindern schoss DM 400.000 zu. Am 2.Juni 2000 wurde das Heim "Nuestra Señora de Guadalupe" eingeweiht. Jetzt finden mehr als 40 Mädchen, minderjährige Mütter mit ihren Kindern, Heim- und Ausbildungsplätze.

Weitere Projekte des Hilfsfonds

Jugendliche sitzen oft wegen geringer Delikte monatelang in den Polizei-Kommisariaten ein, bis ihr Verfahren aufgerufen wird. 30 verbringen derzeit im Heim "Volver a empezar" – "Neu-Anfang" die Wartezeit mit Aus- und Fortbildung in verschiedenen Fächern. Das Projekt unter der Schirmherrschaft von Ex-Minister Dr. Norbert Blüm wurde 2001 durch den Spendenmarathon von „RTL-Wir helfen Kindern e.V.“ mit DM 540.000.- gefördert. In einem zweiten Bereich namens "Arco-Iris" – "Regenbogen" werden  sexuell missbrauchte Kinder betreut. Das Projekt wurde am 24.07.04 eingeweiht. Insgesamt 120 Kinder werden derzeit betreut.

Wechsel der Ziel-Person: Die Zusammenarbeit mit Padre Pepe – neues Projekt

Padre Pepe hat sich öffentlich gegen den wachsenden Drogenhandel unter Missbrauch von Kindern gewendet – daher bedrohten ihn die Drogenbarone öffentlich (Der Fall ging durch alle südamerikanischen Zeitungen).

Gemeinsam mit Padre Pepe baut der Hilfsfonds derzeit außerhalb von Buenos Aires ein altes Landschulheim zu einer Drogen-Rehabilitationsstätte aus. Der Hogar Agricola (Landheim) José Rafaél Torello bei Mercedes (100  km westlich von Buenos Aires), eine 70 Jahre alte, seit 20 Jahren verlassene Landwirtschaftsschule, ist im September vom Erzbistum Luján Padre Pepes Pfarrei Caacupé übereignet worden.

Alle 14 Tage kommen Freiwillige (s.u.) aus der "Villa 21-24", um beim Ausbau der Farm zu helfen. Inzwischen sind die ersten Sammlungsergebnisse (insgesamt € 40.000 in die Villa 2124 an Padre Pepe überweisen worden. 

 

Kurzzusammenfassung

  • Hilfsverein mit langer Tradition (seit 1993)
  • Unterstützung der sozialen Arbeit der Padres Miguel Hrymacz und Pepe di Paola in Buenos Aires (Argentinien)
  • kein (!) Verwaltungsaufwand; jeder Euro kommt garantiert in den Projekten an

 

   Wie können Sie helfen? 

  • Geldspenden
  • Vermittlung von Geldspenden und andere Unterstützungsmaßnahmen in Absprache mit Dr. Hofmann
 

Weitere Informationen über den Hilfsfonds Padre Miguel e.V. finden Sie auf der Website des Vereins


Quellen:
http://www.drgerhardhofmann.de
verschiedene Manuskripte des Vereins 
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Mai 2010 )