|
Wie notwendig Spenden zur Minderung des Elends und der Armut in vielen Ländern Afrikas, Asiens, Latein- bzw. Mittelamerikas aber auch (Ost-)Europas sind, steht außerhalb der Diskussion (s. auch hier). Jedoch sollten Spenden nicht unüberlegt und beliebig, einfach aus dem Impuls heraus irgend etwas Gutes tun zu wollen, getätigt werden.
Leider passiert es immer wieder, dass Spenden nicht so eingesetzt werden, wie es ihrer eigentlichen Bestimmung entspricht. Diese Gefahr besteht bei Spenden - egal an wen die Spenden gehen - immer. Jedoch gibt es Möglichkeiten, das Missbrauchsrisiko so weit zu minimieren, dass eine Spende "unter dem Strich" absolut gerechtfertigt ist. Dafür sollten verschiedene Punkte beachtet werden:
- Auf´s richtige Pferd setzen, sprich die richtige Organisation unterstützen. Gerade bei kleineren Hilfsvereinen, für deren Unterstützung hier zahlreiche Argumente angeführt werden, ist eine genaue Information über den Verein sinnvoll. Es kann sich lohnen, einen Blick in die Satzung zu werfen (steht häufig auf der Website des Vereins oder kann angefordert werden), um Klarheit über die Ziele und den Zweck des Vereins zu erhalten. Häufig ist es auch nicht verkehrt, gezielt nach negativer Berichterstattung über dén jeweiligen Hilfsverein zu recherchieren - nicht in der Hoffnung, dass man solche Hinweise findet, sondern um bekannte Unseriösitäten ausschließen zu können. Es gibt viele Informationsquellen, wichtig ist, so viele Informationen wie möglich zu sammeln bevor gespendet wird. Organisationen, bei denen Effektheischerei inhaltliche Information und Sachlichkeit dominiert, sollten mit Vorsicht betrachtet werden. Gleiches gilt für Hilfsorganisationen, die übermäßig aufdringlich auftreten.
Die bei hilfmit.eu vorgestellten Hilfsorganisationen wurden so gründlich recherchiert, wie das bei vertretbarem Aufwand möglich ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass Spenden an diese Vereine zielführend eingesetzt werden, ist sehr groß.
Eine gute Orientierungs- und Entscheidungshilfe bei der Auswahl der "richtigen" Hilfsorganisation kann das DZI Spenden-Siegel sein (s. Bild). An die Vergabe dieses Siegels sind bestimmte Kriterien geknüpft, die hier nachgelesen werden können. Vereine, denen dieses Siegel verliehen wurde, erfüllen demnach bestimmte Mindeststandards. Allerdings weise ich ausdrücklich darauf hin, dass der Umkehrschluss, dass Vereine, die das Siegel nicht haben, automatisch nicht förderungswürdig sind, nicht korrekt ist. Das wäre eine viel zu starke Verkürzung und insgesamt grobe Fehlinterpretation. Einige der bei hilfmit.eu geführten NGO haben das DZI Siegel und andere haben es nicht. Förderungswürdig sind sie nach meinen Recherchen und meiner festen Überzeugung alle ohne Abstriche.
- Konzentriert spenden. Es ist wenig sinnvoll, zehn Hilfsorganisationen nach dem Gießkannenprinzip mit jeweils 5 € zu unterstützen. Besser ist es, das Spendenbudget zu bündeln. Auch wenn bei kleinen Organisationen der Verwaltungsaufwand in der Regel gering ist, multipliziert sich dieser bei vielen einzelnen Kleinstspenden.
- Adäquat spenden. Informieren Sie sich vorher, welche Art der Spende benötigt wird. Es ist fast schon kontraproduktiv Hilfsgüter zu spenden, wenn die betreffende Organisation diese nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand ins Zielgebiet transferieren kann und Geldspenden viel effizienter und flexibler verwenden könnte.
- Gleiches gilt für zweckgebundene Spenden. Diese sollten - auch wenn sie gut gemeint sind - nur in Absprache mit der jeweiligen Hilfsorganisation, z.B. als projektbezogene Spenden, deklariert werden.
- Zu guter Letzt: Es ist nicht verkehrt, wenn Ihre Großzügigkeit auch für Sie zu (steuerlichen) Vorteilen führt. Deshalb empfiehlt es sich an Hilfsorganisationen zu spenden, die vom Finanzamt als gemeinnützig und/ oder mildtätig anerkannt worden sind.
Sehr ausführliche und differenzierte Empfehlungen zum Thema "Tipps für Spender" finden sich auf den Seiten des DZI (insbesondere hier). Zum Beispiel findet man dort einen Spenden-Almanach sowie diese interessante PDF-Datei.
|