Haiti gilt seit Langem als "Armenhaus der Karibik". Über 65% der Bevölkerung leben unterhalb der absoluten Armutsgrenze von einem USD pro Tag (Quellen: Wikipedia und heute.de).
"Heute ist Haiti das ärmste Land Amerikas. 80 Prozent der Bevölkerung
leben von weniger als zwei Dollar am Tag, der Anteil der Schwarzarbeit
liegt bei 70 Prozent. Nur die Hälfte der Kinder kann eine Schule
besuchen, 90 Prozent von ihnen müssen dafür zahlen, da der Staat kaum
Geld für Bildung ausgeben kann. Nur zwei Prozent der Jugendlichen
schließen ihre Schullaufbahn an einem Gymnasium ab."
Das Land wurde häufig von Naturkatastrophen heimgesucht, z.B. Hurrikan Jeanne im September 2004 sowie vier Wirbelstürme im Jahr 2008, die große Teile der heimischen Wirtschaft und Infrastruktur verwüstet haben.
Die größte Katastrophe trat jedoch am 12.01.2010 in Gestalt eines verheerenden Erdbebens ein, dem mehrere Hundertausende Menschen zum Opfer fielen, und das unter anderem die Hauptstadt Port-au-Prince in Schutt und Asche legte.
Die "Haitihilfe Heinz Kühn" wurde 1978 von dem Lehrer Heinz Kühn ins Leben gerufen. Die Armut, mit der er bei einer Reise nach Haiti konfrontiert wurde, ließ ihn nicht mehr los und so übernahm er die Finanzierung der Schule für seine ersten Patenkinder.
Seit dieser ersten Begebenheit in Haiti besteht die Hilfsinitiative. Zahlreiche Freunde, Kollegen und Bekannte schlossen sich Heinz Kühn an und übernahmen Patenschaften für Kinder in Port-Salut, Haiti.
Mit der Zeit erweiterte sich der Kreis der Spender beträchtlich.
Inzwischen unterstützen mehrere hundert Spenderinnen und Spender über 600 Schüler, verteilt auf 16 Schulen, durch ihre Spenden.
Die Haitihilfe Heinz Kühn ist eine Privatinitiative, die keine Spendenbescheinigungen ausstellen kann. Aus diesem Grund arbeitet die Initiative sehr eng mit der (auch bei hilfmit.eu vertretenen) "Hilfe für Osteuropa"
zusammen, die die Spendenbescheinigungen ausstellt und in
Belangen der Abrechnung und Verwaltung behilflich ist.
Zielsetzungen
Kernziel der Haitihilfe Heinz Kühn ist die Ermöglichung des Primarschulbesuches (1.-6. Klasse) für haitianische Kinder. Die Schule kostet pro Jahr und Kind rund 30 Dollar.
Realisiert wird dies über das Konzept von Patenschaften, die Spenderinnen und Spender in Deutschland übernehmen.
Projekte
Ecole Notre Dame
Seit 1990 hat die Haitihilfe Heinz Kühn eine eigene Schule in Port-Salut. Die "Ecole Notre Dame" (s. Bild).
Hier besuchen rund 250 Kinder gratis die Klassen 1 – 4, bevor sie zur 5. Klasse in andere Schulen wechseln müssen.
Das folgende Bild zeigt die Auszahlung des Schulgeldes an einige Schüler:
Nähschule
Weiterhin wird eine Nähschule in Port Salut finanziell unterstützt. Im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe können hier zwischen 15 und 20 junge Frauen das Nähhandwerk lernen, um sich so eine Möglichkeit des Broterwerbs zu schaffen.
Armenhilfe
Die Haitihilfe Heinz Kühn unterstützt einzelne Familien, die ihren Ernährer verloren haben und besonders arm sind.
Auch einige ältere und kranke Menschen erhalten kontinuierliche Hilfe, die sie oftmals vor dem Hungertod bewahrt.
Mitglieder der Initiative reisen jährlich im September persönlich nach Haiti, um die Spendengelder dort zu übergeben. Dabei wird mit jedem Patenkind und den Familien gesprochen und die Spende persönlich jedem Empfänger übergeben.
Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Spendengelder dort ankommen, wofür sie gedacht sind. Unterstützt wird die Haitihilfe Heinz Kühn durch das "Comité", Helfer vor Ort, die auch in der Zeit der Abwesenheit der Mitglieder der Haitihilfe die Schulen kontrollieren und sich um die Belange der Bedürftigen kümmern.
Aufgrund der Erdbebenkatastrophe ruft die Haitihilfe Heinz Kühn
aktuell zur Soforthilfe auf. Der Ort der Hilfstätigkeit der Haitihilfe
liegt glücklicherweise rund 200km südwestlich von Port-au-Prince und
wurde nicht ganz so stark von dem Beben betroffen.
Allerdings hat
eine befreundete Hilfsorganisation, die "Haiti Kinder Hilfe e.V." alles
verloren. Sie hatten eine Krankenstation, ein Waisenhaus und eine
Schule in Port-au-Prince. 9 Menschen starben, die Einrichtungen sind zerstört.
Von
seiten der Haitihilfe wurde ein Sonderkonto zur Soforthilfe
eingerichtet, um Frau Laguerre und der "Haiti Kinder Hilfe" akut zu
helfen. Beachten Sie dazu auch den Aufruf auf der Website der Haitihilfe Heinz Kühn.