Alimón e.V. im Überblick
| Land/ Region: |
Lateinamerika, z.Z. Peru |
| Arbeitsschwerpunkte: |
Frauenförderung, u.a. durch Schaffen von Einkommensmöglichkeiten
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Gründung:
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2006
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Sitz:
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Aachen |
| Website: |
Alimón e.V.
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Hintergrund
Wie in vielen Ländern Latein- und Südamerikas ist die wirtschaftliche Situation auch in Peru für weite Teile der Bevölkerung schwierig. Viele Menschen leben in bitterer Armut. Zwar liegt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen bei ca. 2000 US-$, die Einkommensverteilung ist aber extrem ungleichgewichtig, und die Unterschiede zwischen arm und reich klaffen immer weiter auseinander. Ca. 5-10% der Bevölkerung sind sehr reich, vor allem die Bevölkerung in den ländlichen Gebieten leidet hingegen unter extremer Armut. Als Folge eines schlechten Gesundheits- und maroden Bildungssystems sind die Kindersterblichkeit und Analphabetenquote hoch. Viele Menschen, insbesondere Kinder, sind mangelernährt (Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Die Welthungerhilfe kommt zu einer sehr ähnlichen Einschätzung:
"Nach den offiziellen Zahlen gelten 54 Prozent der Bevölkerung, etwa 14,06 Millionen Menschen, als arm. Etwa 15 Prozent, ca. 4,2 Millionen Menschen, sind nicht in der Lage, sich ausreichend mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen und gelten damit als extrem arm. Problematisch ist insbesondere das steigende Armutsgefälle zwischen Städten und ländlichen Gebieten. Der Mehrheit der Bevölkerung fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser, zu Nahrungsmitteln, Bildung und Arbeit, Altersvorsorge und medizinischer Versorgung."
Wie in vielen schwächer entwickelten Ländern gehen auch in Peru ökonomische und ökologische Probleme Hand in Hand.
Speziell für die Bewohner von Perus Küstenregionen sind die extreme Trockenheit und die damit verbunden schlechte Trinkwasserversorgung problematisch. Perus Küste gehört mit einem Jahresniederschlag von 10 mm zu den trockensten Gebieten der Erde (Quelle: Website von Alimón e.V.).
Die Ursache dieser Trockenheit liegt darin, dass in Folge der Ausdehnung landwirtschaftlicher Flächen und Städte sowie wegen des Eisenbahnbaus viele Waldgebiete an der Küste gerodet wurden.
Dadurch geriet ein wichtiger natürlicher Funktionsmechanismus aus dem Gleichgewicht. Dieser Mechanismus besteht darin, dass der von Juni bis November herrschende dichte Nebel an Bäumen und Gräsern in Form von Nebeltröpfchen hängen bleibt. Die Tröpfchen fallen zu Boden und gießen so die Pflanzen mit Wasser (s. Bild).
Vor diesem
Hintergrund haben der Biologe Dr. Kai Tiedemann und die Biologin Anne Lummerich
das Projekt "Grüne Wüste" initiiert. Im Rahmen dieses Vorhabens wird
das Nebelwasser für die Bewässerung von Aufforstungsflächen eingesetzt, v.a.
mit nativen Nutzbaumarten.
Das Projekt wurde bis Mitte Oktober 2007 vom Global Exploration Fund -
einem Gemeinschaftsfond von National Geographic und dem Bayer-Konzern - gefördert.
Außerdem erhält es Zuwendungen aus Spendengeldern des 2006 gegründeten Vereins
Alimón e.V.
Zielsetzungen
Der Verein Alimón e.V. setzt sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein - insbesondere in den Ländern Lateinamerikas. Wie im Folgenden deutlich werden wird, leistet auch das Projekt "Grüne Wüste" einen wertvollen Beitrag zum Erreichen dieses Ziels.
Projekt
Auf der Website von Alimón e.V. wird das Projekt "Grüne Wüste" ausführlich beschrieben. Eine gute Übersicht findet sich auch auf der Website von National Geographic. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung:
"Grüne Wüste" leistet
einen Beitrag dazu, die sich in der Desertifikation befindlichen Hügel an der
Küste Limas aufzuforsten und schafft damit durch Nutzbaumplantagen eine
Einnahmensquelle v.a. für Frauen.
Gemüsegärten helfen, die Ernährungssituation
der Familien zu verbessern. Aufgrund der überdurchschnittlich hohen Auskämmrate
der Nebelfänger kommt es zudem zu einem Wasserüberschuss, der im Winter 2008
zur Trinkwassergewinnung der Dörfer Bellavista, Quebrada Alta und Los Angeles genutzt
werden soll. Diese Dörfer liegen in den Lomas, den ariden Küstenhügeln oberhalb der peruanischen Hauptstadt Lima.
Die Lebensbedingungen der Menschen in dieser Region sind sehr schwierig. Wegen der großen Trockenheit muss häufig z.T. verschmutztes "Trinkwasser" in Tankwagen angeliefert werden. Dieses Wasser wird zu stark überhöhten Preisen verkauft. Landwirtschaft und Gartenbau sind unmöglich.
Unter dieser Situation leiden besonders die Frauen. Zu diesem - angesichts der Zielsetzungen des Vereins wichtigen - Aspekt nimmt Alimón e.V. wie folgt Stellung:
"Es gibt viele alleinerziehende Mütter, die neben der Versorgung der Kinder einer Arbeit außerhalb des Dorfes nachkommen müssen. Oft bleibt ihnen nichts anderes übrig, als die Kinder tagsüber allein in der Hütte zu lassen. Mit dem Projekt Grüne Wüste möchte Alimón es diesen Müttern ermöglichen, durch Nutzgärten in der Nähe ihrer Kinder Geld zu verdienen." (Quelle: Website von Alimón e.V.)
Insgesamt besteht das Projekt "Grüne Wüste" aus zwei Komponenten, die aufeinander aufbauen:
I. Aufforstung
Auf den Hügelkuppen werden so genannte Nebelfänger platziert (s.Bild).
Bei diesen Nebelfängern handelt es sich um große Plastiknetze. Diese haben quasi als Waldersatz die Aufgabe, in ihren Netzmaschen die feinen Nebeltröpfchen aufzufangen.
Das so gewonnene Wasser wird
in Tanks geleitet und dient zur Bewässerung von trockenresistenten Baumarten,
die ab einer Wuchshöhe von rund einem Meter ihrerseits zur Nebelauskämmung
eingesetzt werden (s. Abb.).
Mit einem Nebelfänger können bis zu 600 Liter Wasser täglich gesammelt werden.
II. Bewässerung
Das von den künstlichen Nebelfängern und den angepflanzten Bäumen aufgefangene Wasser wird von der Hügelkuppe runter zu den landwirtschaftlichen Nutzflächen der Dörfer geleitet (s. Bild).
Das Projekt "Grüne Wüste" hat auch über die Grenzen der am Pilotvorhaben beteiligten Dorfgemeinschaften Aufsehen erregt. Viele Dörfer wünschen sich eine analoge Umsetzung des Projekts, wofür dringend Geld benötigt wird.
Kurzzusammenfassung
- Pilotprojekt "Grüne Wüste" zur Aufforstung, Schaffung von Einkommensmöglichkeiten durch Nutzbaumplantagen, Gemüsegärten und Trinkwassergewinnung in Peru
- Auszeichnung des Projekts im Rahmen des Global Exploration Funds von National Geographic und dem Bayer-Konzer
Wie können Sie helfen?
- Geldspenden für das Projekt "Grüne Wüste"; Informationen zum Spendenkonto finden Sie auf der Website von Alimón e.V.
Weitere Informationen über Alimón e.V. finden Sie auf der Website des Vereins.
Quellen:
http://www.alimon.org
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