
Hintergrund
Wie in vielen Ländern Latein- und Südamerikas ist die wirtschaftliche
Situation auch in Peru für weite Teile der Bevölkerung schwierig. Viele
Menschen leben in bitterer Armut. Zwar liegt das durchschnittliche
Pro-Kopf-Einkommen bei ca. 2000 US-$, die Einkommensverteilung ist aber
extrem ungleichgewichtig, und die Unterschiede zwischen arm und reich
klaffen immer weiter auseinander. Ca. 5-10% der Bevölkerung sind sehr
reich, vor allem die Bevölkerung in den ländlichen Gebieten leidet
hingegen unter extremer Armut. Als Folge eines schlechten Gesundheits-
und maroden Bildungssystems sind die Kindersterblichkeit und
Analphabetenquote hoch. Viele Menschen, insbesondere Kinder, sind
mangelernährt (Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Die Welthungerhilfe kommt zu einer sehr ähnlichen Einschätzung:
"Nach den offiziellen Zahlen gelten 54 Prozent der Bevölkerung, etwa
14,06 Millionen Menschen, als arm. Etwa 15 Prozent, ca. 4,2 Millionen
Menschen, sind nicht in der Lage, sich ausreichend mit
Grundnahrungsmitteln zu versorgen und gelten damit als extrem arm.
Problematisch ist insbesondere das steigende Armutsgefälle zwischen
Städten und ländlichen Gebieten. Der Mehrheit der Bevölkerung fehlt der
Zugang zu sauberem Trinkwasser, zu Nahrungsmitteln, Bildung und Arbeit,
Altersvorsorge und medizinischer Versorgung."
Besonders betroffen von allgemeiner Armut, hoher Kindersterblichkeit und Unterernährung sind die Berglandindianer Perus, die Quechuas (s. Bild einer Quechua-Familie). Diese werden seit Jahrhunderten bis in die heutige Zeit diskriminiert und stehen am unteren Ende der sozialen Pyramide.
Die medizinische Versorgung dieser großen Bevölkerungsgruppe ist sehr schlecht. Auf 10000 Einwohner kommen weniger als drei Ärzte (in Deutschland zum Vergleich: 33,5).
Vor dem Hintergrund persönlicher Reiseerlebnisse und ihrer Tätigkeit als Missionsärzte am Hospital Vozandes del Oriente in Ecuador (von 1999 bis 2003) beschlossen der deutsche Chirurg Dr. Klaus-Dieter John und seine Frau
Dr. Martina John, eine Kinderärztin, etwas Konkretes zu tun, um das Leiden der Quechuas und der verarmten Landbevölkerung Perus ("Campesinos") zu lindern.
So entstand das Vorhaben das überkonfessionelle Missionskrankenhaus Diospi Suyana (in der Sprache der Quechuas: "Wir vertrauen auf Gott") zu bauen und zu unterhalten.
Im Jahr 2002 wurde der deutsche Trägerverein Diospi Suyana e.V. gegründet. Aufgabe des Vereins ist es alle notwendigen Maßnahmen zur Errichtung und Unterhaltung des Missionsspitals zu koordinieren.
Trotz der gewaltigen finanziellen Größenordnung des Projekts (alleine die Infrastruktur hat einen Wert von ca. vier Millionen Euro) und bürokratischer Hindernisse konnte mit dem Bau am 24. Mai 2005 begonnen werden. Am 31. August 2007 wurde das Krankenhaus schließlich feierlich eröffnet.
Die folgenden Bilder zeigen den deutschen Botschafter, Dr. Roland Kliesow, beim symbolischen ersten Spatenstich der Bauarbeiten. Darunter ein Bild von der Eröffnungsfeier.
Die beiden unten stehenden Bilder zeigen das Ehepaar John bei der Arbeit.

Zielsetzungen
Die Zielsetzungen des Gesamtprojekts "Diospi Suyana" werden auf der Website des Trägervereins detailliert und differenziert genannt. Zusammengefasst ergeben sich folgende Zieldimensionen:
- Verbesserung der
medizinischen Versorgung der Landbevölkerung
- klare Verkündigung
des Evangeliums von Jesus Christus
- Aufwertung der indianischen
Kultur
- Sensibilisierung der Industrienationen für die Belange
der Indianer Südamerikas
In Bezug auf das christliche Fundament von Diospi Suyana findet sich auf der Website unter anderem der folgende Hinweis:
"Die Arbeit von Diospi Suyana will den Glauben an den liebenden und
gerechten Gott auf praktische Weise vermitteln. Es geht uns nicht um
theologische Spitzfindigkeiten, sondern um einen Glauben der Tat.
Der Begriff der praktizierten Nächstenliebe könnte diesen Aspekt zusammenfassend beschreiben.
Projekte
Im Folgenden wird das Projekt "Diospi Suyana" unter verschiedenen Aspekten näher beleuchtet. Zunächst wird das Konzept des Krankenhauses geschildert, danach finden sich Informationen zur Finanzierung des Vorhabens. Ausführliche Informationen und sehr eindrucksvolle Bildergalerien finden sich auf der Website des Trägervereins Diospi Suyana e.V.
Konzept
Das Krankenhaus liegt in der südperuanischen Andenstadt Curahuasi in 2600 m
Höhe in unmittelbarer Nähe zur Verbindungsachse
Cusco-Abancay-Lima und ist damit für viele Menschen gut erreichbar.
Diospi Suyana bietet
eine umfassende medizinische Hilfe an und ist mit 50
Betten, vier Operationssälen, Intensivstation, Labor und
Röntgeneinrichtung ausgestattet worden.
Die folgenden Bilder zeigen Eindrücke von der Ausstattung des Krankenhauses.

Etwa 35 peruanische Beschäftige finden am Spital
einen Arbeitsplatz. Die Mitarbeiter aus dem Ausland erhalten ihre
Bezahlung über private Förderkreise. Für Ärzte bedeutet das unter anderem, dass ihre Bezahlung auf dem Stand eines peruanischen Arztes (etwa 1000 USD brutto/ Monat) ist.
In Zukunft sollen 100000 Patienten jährlich im Krankenhaus Diospi Suyana behandelt werden - und das auf einem Niveau, welches dem eines deutschen Krankenhauses in technischer und medizinischer Hinsicht entspricht.
Um die Quechuas nicht zu Bettlern zu degradieren, ist die Behandlung günstig aber nicht kostenlos.
Finanzierung
Die Kosten für den Erwerb des Grundstücks sowie den Bau der Gebäude beliefen sich auf ca. 3,8 Mio. USD. Hinzu kommen ca. 2,2 Mio. USD für die Ausstattung des Krankenhauses.
Alle Baukosten wurden durch Spenden finanziert.
Die langfristigen Betriebskosten werden durch einen großen internationalen
Förderkreis und die Diospi-Suyana-Stiftung gedeckt werden. Hinzu kommt
eine gewisse Eigenbeteiligung der Patienten. Die Höhe der Zuschüsse
durch den peruanischen Staat wird bei etwa 5 % des monatlichen Budgets
liegen.
Kurzzusammenfassung
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im Jahr 2002 gegründeter gemeinnütziger Trägerverein für das Missionsspital "Diospi Suyana" in Peru
- Koordinierung notwendiger Maßnahmen zur Errichtung und Unterhaltung des Krankenhauses
Wie können Sie helfen?
Bitte beachten Sie zu den folgenden Unterstützungsmöglichkeiten die Hinweise auf der Website von Diospi Suyana e.V.
- Geldspenden zur Finanzierung laufender Betriebskosten des Krankenhauses
- Fördermitgliedschaft im Verein
- Qualifizierte Mitarbeit im Spital
Weitere Informationen über Diospi Suyana e.V. finden Sie auf der Website des Vereins.
Quellen:
http://www.diospi-suyana.de
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