Brasilienhilfe "Vida Nova" Padre Bene Drucken

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Hintergrund

Es gibt keine verlässlichen Angaben, wie viele Kinder weltweit auf der Straße leben. Brasilien wurde noch im Jahr 2005 von der UNO darauf hingewiesen, dass es keine nachprüfbaren Zahlen über die Kinder und Jugendlichen führt, die auf der Straße leben. Im Allgemeinen muss unterschieden werden zwischen den Kindern, die auf der Straße als Straßendieb arbeiten, und denen, die auf der Straße wohnen und leben.

Die Situation dieser Kinder ist dramatisch, sie führen einen täglichen Kampf gegen Existenz bedrohende Widerstände. Aufgrund zerrütteter oder nicht vorhandener familiärer Bindungen schaffen es viele dieser Kinder ohne fremde Hilfe nicht, der sich immer schneller drehenden Teufelsspirale aus Armut, Drogen, Krankheit und Kriminalität zu entfliehen.

Auch in Brasilien tritt dieses gesellschaftliche Problem offen zu Tage, wie das folgende Zitat drastisch unterstreicht:

"Über sieben Millionen Strassenkinder, über drei Millionen arbeitende Kinder, über zwei Millionen Prostituierte unter 15 Jahren - das sind keine Sensationsberichte, sondern belegte Zahlen. Ein Drittel der Bevölkerung des Molochs São Paulo lebt in Favelas oder einsturzgefährdeten Häusern, im mondänen Rio lebt etwa die Hälfte der Cariocas in über 400 Favelas

(...)

Wie viele dieser Strassenkinder, die auch abfällig "Pivetes - Rotzbengel, Straßendieb, Taugenichts" genannt werden, zu den berüchtigten Kinderbanden gehören, weiß niemand genau. Täglich sind die Zeitungen voller Einzelheiten über jene, die in die Kämpfe der Drogenringe geraten, die von Lynch-Kommandos aus gedungenen Killern und Ex-Polizisten ermordet werden. Sie werden willkürlich aufgegriffen und an einem verlassen Ort vergewaltigt, gefoltert und ermordet. Verdächtigt als Auftraggeber werden u.a. die um ihren Umsatz besorgten Besitzer großer Läden und Restaurants. Die Kinderhorden verschreckten ihre Kunden, sagen sie."

(Quelle: http://www.brasilien.de/volk/bevoelkerung/kinder.asp

Die folgenden Zahlen sprechen ebenfalls eine erschreckend deutliche Sprache (Quelle: Website der Brasilienhilfe "Vida Nova" Padre Bene):

  • Alleine an einem Wochenende werden in Recife 25 Menschen ermordet – 80% davon sind jünger als 21 Jahre.
  • 44% aller auf Recifes Straßen lebenden Mädchen bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Prostitution – ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 21 Jahren.
  • In den letzten sechs Jahren wurden über 900 Kinder und Jugendliche in Recife ermordet – mittlerweile liegt die Chance auf einen gewaltsamen Tod bei 1:20.

 

Das Hilfsprojekt "Vida Nova" (Neues Leben) von Pater Bendedikt Lennartz (Padre Bene; s. Bild) widmet sich diesen Kindern, die sonst keine Unterstützung bekommen. Mit der Arbeit von Padre Benedikt werden die Kinder aus dem Teufelskreis der Armut und Gewalt befreit und auf ein Leben in der Gesellschaft vorbereitet. 

Padre Bene 

Zielsetzungen

Die Zielsetzungen des Hilfsprojekts "Vida Nova" werden auf der Website wie folgt beschrieben:

"Unsere Mission ist es, den Ärmsten der Armen, den Straßenkindern, die ohne Familie der nackten Gewalt der Straße ausgeliefert sind, zu helfen. Wir wollen die Kinder wieder von Straßen holen und sie wenn möglich in ihre Familien integrieren. Wir geben den Kindern in unseren Häusern ein sicheres Zuhause, eine schulische Ausbildung und psychologische Betreuung.

Wir wollen die Kinder auf ein selbständiges und selbstbewusstes Leben hinführen, damit sie einmal selbst mithelfen können, das große Elend auf den Straßen und an den Rändern der Metropolen zu verbessern.

Hilfsleistungen

Mit den oben genannten Zielsetzungen basiert das Projekt "Vida Nova" auf verschiedenen Säulen der Hilfe, die im Folgenden skizziert werden:

Häuser für Kinder

Unter der Obhut von Padre Bene stehen zwei Wohnheime für Straßenkinder: "Lar Sao Domingos Savio" und " Mae Rainha" in Arapiraca. In diesen Heimen werden ca. 100 Straßenkinder im Alter zwischen vier und sechzehn Jahren betreut. Die Kinder werden stabilisiert und auf ein geregeltes Leben abseits der Straße vorbereitet.

Die Einrichtungen von Padre Bene werden von staatlichen Behörden, Jugendämtern und Jugendrichtern als vorbildlich anerkannt. Jedoch fehlt es an der entsprechenden finanziellen Unterstützung durch offizielle Stellen. 

In dem Haus "Lar Sao Domingos Savio" werden unter anderem Straßenkinder aus Recife untergebracht, die in Recife durch Banden und Kriminelle verfolgt werden und dort nicht mehr sicher sind. In "Lar Sao Domingos Savio" haben sie ein sicheres Zuhause gefunden.

Lar Sao Domingos Savio

In Arapiraca wird das Haus "Mae Rainha" betrieben. Auf dem Bild posieren einige Kinder des Hauses stolz vor der Kamera.

Kinder in Mae Rainha

Hilfe für Menschen auf der Müllkippe

Das Hilfsprojekt "Vida Nova" kümmert sich auch um die Familien und kranken Kinder, die unter katastrophalen Bedingungen auf der Müllkippe von Arapiraca leben (s. Bild).

Leben im Müll

Mit Lebensmitteln und Medikamenten wird die größte Not ein wenig gelindert. Auch hier möchte das Hilfsprojekt ein Zeichen der Hoffnung für die Menschen sein, die am äußersten Rand der Gesellschaft einen täglichen Kampf ums Überleben führen

Pastorales Zentrum von Teotonio Vilela

Teotonio Vilela ist eine kleine Stadt mitten im Bundesstaat Alagoas. Dort leben verarmte Bauern in Hütten und arbeiten auf Ländern, die nicht einmal ihnen gehören (s. Bild).

Teotonio Vilela

Das Hilfsprojekt "Vida Nova" unterstützt das pastorale Zentrum in Teotonio Vilela, welches von dem verstorbenen Bischof Konstantin, einem Franziskaner aus Deutschland, errichtet wurde.

Dank der Hilfe aus Deutschland konnte das Zentrum renoviert werden und ist nach einer Zeit der Stilllegung nun wieder in Betrieb.

Die mechanische Kuh 

Ebenfalls in Teotonio Vilela unterhält das Hilfsprojekt "Vida Nova" die "mechanica vaca", die sog. mechanische Kuh (s. Bild). Dabei handelt es sich um eine Maschine, die Soja zu Milch und Mehl verarbeitet. Diese Nahrungsmittel werden dann kostenlos an hungernde und kranke Kinder in Teotonio Vilela verteilt.

Mechanische Kuh

Kurzzusammenfassung 

  • Hilfsprojekt unter der Leitung von Pater Bendedikt Lennartz (Padre Bene)
  • Betrieb von zwei Wohnheimen für Straßenkinder in Brasilien
  • weitere Maßnahmen zur Unterstützung armer Familien in Brasilien

 

 

Wie können Sie helfen? 

  • Geldspenden zur Unterstützung der verschiedenen Hilfsmaßnahmen (nähere Informationen auf der Website der Brasilienhilfe "Vida Nova")


 

Weitere Informationen über die Brasilienhilfe "Vida Nova" finden Sie auf der Website des Hilfsprojekts


Quellen:
http://padre-bene.de
Letzte Aktualisierung ( Samstag, 5. April 2008 )