MiakWadang Drucken
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Hintergrund

Sudan gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Pro-Kopf Einkommen der Bevölkerung beträgt weniger als 400 Euro. Die Ernährungslage der Menschen, insbesondere im Westen, Osten und Süden des Landes, ist vielerorts katastrophal. Dürreperioden führen immer wieder zu extremen Hungerkatastrophen, die humanitäre Interventionen erforderlich machen. Wassermangel und Desertifizierung sind charakteristisch für weite Landesteile und wirken entwicklungshemmend. (Quelle: Auswärtiges Amt)

Seit dem Friedensschluss 2005 kehren die Flüchtlinge aus den umliegenden Ländern und aus dem Norden zurück in ihre angestammte Heimat. Ein totaler Neubeginn, der die Menschen vor große Herausforderung stellt: Kaum Infrastruktur, wenig Gesundheitsversorgung, Vernichtung der ersten Ernte durch Überschwemmungen, Spannungen zwischen Stämmen, sehr langsamer Beginn von Schulwesen etc.

Die Spuren des Krieges sind noch nicht beseitigt, noch nicht alle Straßen offiziell als entmint freigegeben. Die seelischen Spuren des Krieges sind noch verdeckt durch den Kampf um das tägliche Überleben. 

Um so bemerkenswerter ist das im Jahr 2007 ins Leben gerufene Entwicklungsprojekt MiakWadang. Das Projekt ist ein Zweig von RECONCILE, einer sudanesischen Organisation mit dem Fokus auf die Wiederherstellung des Friedens.

Regional ist das Projekt auf Dörfer im Bezirk Melut in der oberen Nil-Provinz des Süd-Sudan konzentriert. Die nachstehenden Kartenausschnitte zeigen, um welche Region es sich handelt:

Kartenausschnitte 
(Quelle: Flyer des Vereins MiakWadang)

MiakWadang wird durch den gleichnamigen österreichischen Verein getragen und umgesetzt. Einer der Initiatoren dieses Vereins - der Arzt Dr. Herbert Bronnenmayer - hat bereits von 1978 bis 1983 im Südsudan gelebt und einen Basisgesundheitsdienst um Melut aufgebaut.

Nach 25 Jahren Bürgerkrieg und Friedensschluss kann das Gebiet nun wieder - mit den oben genannten sicherheitspolitischen Einschränkungen -  besucht werden und Entwicklungsprojekte wie MiakWadang können realisiert werden.

Auf der Website des Vereins MiakWadang werden einige Grundsätze des Projekts wie folgt umrissen: 

"MiakWadang" bedeutet in der Sprache der Dinka "Zukunft". Damit sie wieder eine Zukunft haben und die Chance auf ein würdiges Leben, verbindet "MiakWadang" die Ressourcen aus Österreich mit dem eigenverantwortlichen Entwicklungswillen der Dinka in Afrika. "MiakWadang" basiert auf der Partnerschaft von Mensch zu Mensch, von Herz zu Herz, in gegenseitiger Achtung und Wertschätzung.

Dr. Bronnenmayer

Zielsetzungen

Die Zielsetzung des Projekts besteht allgemein darin, einen Beitrag zur Verwirklichung der im Jahr 2000 beschlossenen Millenniumsentwicklungszielen der Vereinten Nationen zu leisten.

Konkret sollen die Menschen im Zielgebiet des Projekts beim Wiederaufbau des Landes unterstützt werden und eine lohnenswerte Lebensperspektive erhalten. Im Fokus der Hilfsmaßnahmen stehen die Frauen und Kinder der Region.

Mit dieser Zielsetzung basiert das Projekt MiakWadang auf fünf Säulen: Gesundheitsentwicklung, Landwirtschaft, Bildung, Wirtschaft und Kunst/ Kultur (Quelle: Website von MiakWadang).

In einer ersten Phase sollen Lehrer in die Dörfer gebracht werden um Schulen zu beginnen.

Landwirtschaftlich soll die Entwicklung der Rinderherden, Aufstockung von Ziegen und Schafen und Hühnern erreicht werden sowie Gerätschaft für einfachen Garten- und Ackerbau angeschafft werden.

Gesundheitsentwicklung soll mit Schulung und hygienischen Maßnahmen eingeleitet werden sowie mit der Verbesserung der Trinkwassersituation. Derzeit kann auf die Hilfe von Organisationen wie MEDAIR zurückgegriffen werden, die einfachste Krankenbehandlung anbieten. Eine längerfristige Krankenbehandlung muss aufgebaut werden mit Schulung einheimischer Mitarbeiter.

Mikrokredite sollen die wirtschaftliche Entwicklung stimulieren.

Ein Schwerpunkt soll auf der Friedensarbeit liegen und zu besserem gegenseitigen Verständnis, Zusammenarbeit und Zukunftsorientierung führen.


Hilfsmaßnahmen

Diese Zielsetzungen werden durch konkrete Hilfsmaßnahmen umgesetzt (Quelle: Kurzbeschreibungen des Vereins zu einzelnen Projektaktivitäten sowie hier).

Pumpe 

Die Männer von Nyeyok haben beschlossen eine bewässerte Anlage für Gemüsebau und Baumschule anzulegen. Ein Komitee übernimmt Verantwortung für die gespendete Pumpe und wird Richtlinien für den Betrieb und die Instandhaltung der Pumpe ausarbeiten. Die Bewässerungskanäle werden mit Handwerkzeugen gebaut.

Getreidemühle 

Im Dorf Nyeyok wird eine große Getreidemühle montiert. Diese befindet sich in der Verantwortung der Frauen. Dazu wurde bereits ein Komitee und eine Verantwortliche gewählt.

Hirse und Sesam 

Überschwemmungen haben eine ganze Ernte vernichtet. Die Menschen hungern, die Situation ist prekär, der Getreidepreis in Melut wird für die Menschen im Dorf unerschwinglich. Der Verein MiakWadang hat Soforthilfe zugesagt mit einigen Säcken Hirse sowie Saatgut.

Boot 

Nyeyok und die umliegenden Dörfer sind nur drei Monate im Jahr sicher über Land zugänglich. Den Rest des Jahres ist der Weiße Nil der Zugangsweg. Somit wird das wichtigste Transportmittel für MiakWadang ein Boot sein mit etwa 1.5 Tonnen Nutzlast. Es wird dem Personen- und Lastentransport dienen sowie Krankentransporten und Flusskliniken.

Radio 

Geplant ist die Einrichtung eines Regional-Radio-Senders. Besonders in Kombination mit der Publikation einer einfachen Zeitung könnte auf diese Weise Bildung effizient transportiert werden.

Häuser 

Für weitere und vor allem längere Besuche von Projektteams braucht es im Dorf Häuser. Die Männer bauen dazu drei traditionelle Dinka-Häuser und ein kleines Lagerhaus.

Fischerei

Der Verein MiakWadang hat in Omdurman Material zum Knüpfen von großen Netzen sowie Angelhaken besorgt und als Soforthilfe ins Dorf Nyeyok geschickt.

Wasserpumpe

Für eine erfolgreiche Landwirtschaft ist ein gutes Bewässerungssystem notwendig. MiakWadang liefert dazu eine Wasserpumpe und wird gemeinsam mit den Männern im Dorf ein Versuchsmodell anlegen. Dieses soll die Menschen von Nyeyok dazu anregen, selbst einen Garten anzulegen

Kunsthandwerk 

Die Dinka haben in ihrer Kultur farbige Schmuckbänder und -gehänge aus  verschiedenfärbigen Glasperlen. Die Frauen Nyeyoks erinnern sich an die alten Muster und wollen diesen Schmuck auch in größerer Menge produzieren. Der Verein MiakWadang wird diesen Schmuck in Österreich zum karitativen Verkauf anbieten mit Erzeugerzertifikat und Information über das Gesamtprojekt MiakWadang.

Kurzzusammenfassung 

  • Entwicklungshilfeprojekt im Süd-Sudan
  • fünf Projektsäulen: Gesundheitsentwicklung, Landwirtschaft, Bildung, Wirtschaft und Kunst/ Kultur
  • das Projekt ist ein Zweig der sudanesischen Organisation RECONCILE


 

Wie können Sie helfen? 

  • Geldspenden für die geplanten Hilfsmaßnahmen im Rahmen des Gesamtprojekts (weitere Informationen finden sich auf der Website des Vereins)


 

Weitere Informationen über das Entwicklungsprojekt MiakWadang finden Sie auf der Website des Vereins


Quellen:
http://www.miakwadang.at
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 21. März 2008 )