
Hintergrund
Die katastrophale wirtschaftliche und soziale Situation Madagaskars wird von der Welthungerhilfe wie folgt beschrieben:
"Das Bruttsozialprodukt der viertgrößten Insel der Erde ist während
der letzten 30 Jahre jährlich durchschnittlich um 0.5 Prozent
gewachsen. Bei einem Bevölkerungswachstum von rund drei Prozent
bedeutet dies jedoch eine kontinuierliche Verschlechterung der
Lebensbedingungen. Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung leben in Armut,
60 Prozent der Gesamtbevölkerung fallen unter die Kategorie der
"extremen Armut". Eine hohe Inflationsrate, fehlende und mangelhafte
Infrastrukturen sowie ein hoher Analphabetismus (Männer: ca. 26 %,
Frauen: ca. 40 %) blockieren bis dato die Bemühungen der Regierung für
eine Verbesserung der Situation." (Quelle: Welthungerhilfe)
Die weit verbreitete Armut auf Madagaskar wird auch in der folgenden Übersicht deutlich:
(zitiert nach Learnline)
Es gibt in Madagaskar Hunderte von Dörfern ohne Wasserversorgung, Strom, Zugang zu medizinischer
Behandlung oder Straßenanbindung an die Außenwelt. Trotz sehr arbeitsintensiver
Subsistenz-Landwirtschaft ist Essen oft knapp und viele Menschen sind chronisch
unterernährt.
Der
madagassische gemeinnützige Verein (association benevolante) Zahana wurde 1998 von
Madagassen gegründet, um diesen Herausforderungen im Entwicklungsbereich mit konstruktiven, selbstbestimmten Lösungsansätzen zu begegnen. Alle
Mitglieder von Zahana arbeiten ehrenamtlich und das benötigte Geld für ihre
Projekte kommt von privaten Spendern (momentan aus den USA).
Philosophie des Vereins
Zahana’s Philosophie ist,
dass "participatory development" oder partnerschaftliche Entwicklungsarbeit
einen Ansatz bietet, in dem die Manschen vor Ort selbst entscheiden können, was
für sie am Wichtigsten oder Dringlichsten ist. In "community meetings", wo in
Madagaskar normaler Weise die ganze Dorfgemeinschaft vom Baby bis zu den
Ältesten anwesend ist, wird gemeinsam herausgearbeitet, welche Schwerpunkte
für die eigene Dorfentwicklung gesetzt werden sollen.
Partnerschaftliche Arbeit
bedeutet für Zahana, dass die Dorfgemeinschaft an allen Projekten Schritt für
Schritt aktiv mitarbeitet. Arbeitseinsätze (unbezahlt) oder bereitgestellte vor
Ort vorhandene Materialien (wie z.B. Ziegel, Sand oder Steine) geben den
Bewohnern die Möglichkeit ihren Beitrag zu leisten, der es zu ihrem und nicht
einem von außen aufgestülpten Entwicklungsprojekt macht. Wo die Gemeinschaft
nicht die Mittel oder das nötige Fachwissen hat um ihre Projekte zu
realisieren, stellt Zahana Geld oder die entsprechenden Experten zur Verfügung.
Um diesen
Entwicklungsansatz in die Tat umzusetzen hat Zahana mit einem Pilotprojekt in
Fiadanana, einem Dorf im Nordwesten des Hochlands Madagaskars, begonnen. Über 5
Autostunden von der Hauptstadt entfernt ist diese Region bist jetzt weitgehend
von andere Entwicklungsorgansisationen übersehen worden.
Die Bilder zeigen das Dorf Fiadanana.
Projekte
Seit 2005 hat Zahana
gemeinsam mit den Bewohnern von Fiadanana eine Reihe von Projekten erfolgreich
umgesetzt:
Sauberes Wasser
Das Wassersystem mit
Rohren verteilt sauberes Quellwasser von einen nahe gelegenen Berg in sieben,
übers Dorf verteilte, gemeinschaftliche Brunnen.
Schule
Fiadananas erste Schule
wurde mit vor Ort gemachten Ziegeln erfolgreich gebaut. Die zwei Lehrer, die
von Zahana gefunden und für ihre Aufgabe eigens vor Ort geschult wurden,
unterrichten mittlerweile über 120 Kinder. Zahana hat sich verpflichtet die
Lehrergehälter für die ersten zwei Jahre zu übernehmen.
Kornspeicher
Ein gemeinschaftlicher
Kornspeicher wurde gebaut, damit die Reisbauern ihren Reis nicht gleich nach
der Ernte zum Niedrigstpreis verkaufen müssen, sondern so viel wie möglich
davon lagern können, bis der Preis wieder steigt.
Mikro-Kredite
Seit Oktober 2007 hat
Zahana ein Kleinstkredit Programm gestartet, das den Menschen in Fiadanana
Zugang zu Geld gibt, mit dem sie bescheidene Investitionen vornehmen können
(z.B. Haustiere oder Saatgut), die zuvor unerreichbar waren. Die meisten Armen
dieser Welt haben keinen Zugang zu Geld, da sie allgemein als nicht kreditwürdig
gelten.
Kochen über offenem
Feuer
Verbesserte Kochherde,
die weitaus weniger Holz verbrauchen, wurden von Zahana in 2007 gebaut und
erprobt, in der Hoffung, dass ein geringer Holzverbrauch der im ganzen Land
verbreiteten Abholzung entgegenwirken kann. Geplant ist auch eine gezielte
Wiederaufforstung, sobald die Mittel dazu gefunden werden.
Malariaprävention
Mosquitonetze sind besser
als Malaria behandeln zu müssen, daher hat Zahana diese an alle Haushalte verteilt.
Kurzzusammenfassung
- kleine madagassische Hilfsorganisation
- Philosophie einer partnerschaftlichen Entwicklungsarbeit
Wie können Sie helfen?
- Geldspenden für die diversen Projekte der Organisation (z.B. auch über die renommierte Tides-Foundation; nähere Informationen finden Sie hier)
Weitere Informationen über Zahana finden Sie auf der Website des Vereins.
Quellen:
http://www.zahana.org
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