Hintergrund
Wie in vielen Ländern Afrikas, Asiens oder Latein- bzw. Südamerikas ist
auch in Kenia die allgemeine Armut eines der größten Probleme. Der Deutsche Entwicklungsdienst macht dazu folgende Angabe: Der Anteil der absolut Armen an der Gesamtbevölkerung liegt bei erschreckenden 52%.
Als Folge der Armut sind die Wohnverhältnisse und die Versorgungslage
vieler Menschen, insbesondere in den ländlichen Gebieten, kritisch bis
alarmierend. Die Landbevölkerung leidet zudem unter mangelhaften
infrastrukturellen Voraussetzungen. Gerade im Bildungs- und
Gesundheitssektor sind die Zustände zum Teil katastrophal.
In den Großstädten (z.B. Nairobi) treten verschiedene
gesellschaftliche Probleme, wie z.B. Slumbildung oder
Straßenkinderelend, offen zu Tage. Die Situation der Straßenkinder ist dramatisch, sie führen einen täglichen
Kampf gegen Existenz bedrohende Widerstände. Aufgrund zerrütteter oder
nicht vorhandener familiärer Bindungen schaffen es viele dieser Kinder
ohne fremde Hilfe nicht, der sich immer schneller drehenden
Teufelsspirale aus Armut, Drogen, Krankheit und Kriminalität zu
entfliehen.
Auch für viele Frauen ist die Situation besonders hart. Ihre Lebensverhältnisse werden auf der Website von Baobab Family e.V. kurz und prägnant beschrieben:
"In der patriarchalen Gesellschaft Kenias leben viele Frauen als
Menschen zweiter Klasse. Der Mann ist das Oberhaupt der Familie und die
Frau hat gegen seinen Willen so gut wie keinen Einfluss auf
Entscheidungen, die ihr eigenes Leben betreffen. Das Land der Familie
gehört dem Mann. So geraten viele Frauen aus der Abhängigkeit von den
Eltern sofort in die neue Abhängigkeit der Ehe und können sich kaum aus
gewalttätigen Familienverhältnissen befreien. Wenn sie es doch schaffen, leben sie , von der Gesellschaft allein
gelassen, in den Slums der Großstädte. Sie müssen täglich neu ums
Überleben kämpfen."
Ein Problem mit erschreckendem Ausmaß ist die Ausbreitung von AIDS/ HIV in Kenia. Welt-in-Zahlen nennt eine Zahl von ca. 1,3 Millionen Infizierten, andere Quellen sprechen von ca. 2 Millionen (Baobab Familiy e.V.). Es ist zu befürchten, dass die wahre Zahl der HIV-Infizierten noch viel höher ist, da sich viele Menschen aus Angst HIV-positiv zu sein nicht testen lassen (Quelle: Welthungerhilfe).
Wegen der rasanten Ausbreitung von AIDS/ HIV ging die Deutsche Welthungerhilfe 2004
von einer Lebenserwartung in Kenia von 46 Jahren aus. Im Falle einer
ausbleibenden Steigerung effektiver Hilfe wird für 2015 nur noch eine
Erwartung von 29 Jahren prognostiziert. (Quelle: Welthungerhilfe)
Vor diesem Hintergrund leistet der im Jahr 2001 gegründete Verein Baobab Family e.V. Hilfe für Waisenkinder und von AIDS betroffene Familien. Der Verein legt ein besonderes Augenmerk auf größtmögliche Transparenz und anti-korruptive Arbeit und bezieht zu diesem Thema in einem mir (Dirk Möller) zur Verfügung gestellten Text wie folgt Stellung:
"Wie in vielen afrikanischen Staaten ist es auch in Kenia
Norm, fast alle bürokratische Prozesse durch Schmiergelder zu beschleunigen.
Die Baobab Family verzichtet darauf vollständig. So dauert das ein oder andere – wie z.B. die Anerkennung als
NGO etwas länger – jedoch setzt die Baobab Family auf einen langen Atem und
lässt sich nicht durch korrupte Bürokraten und Beamte von ihren Zielen
abbringen oder gar zum Geld geben verleiten. Diese Haltung gegenüber Korruption geht Hand in Hand mit dem Grundsatz
der Transparenz, denn mit ihr kann sichergestellt werden, dass keine Gelder in
dunklen Kanälen verschwinden."
Zielsetzungen
Die Ziele der Baobab Family werden hier auf der Website des Vereins wie folgt zusammengefasst:
"Wir sehen es als unsere Aufgabe an, den Menschen zu helfen, die ihre
Zukunft selbst und aus eigener Kraft mitgestalten möchten – ihnen Kraft
und professionelle Hilfe bei den ersten Schritten in die
Selbständigkeit zu geben und begleitend zumindest in der ersten Zeit 'auf eigenen Füßen' an Ihrer Seite zu sein."
Die damit beschriebene Hilfe zur Selbsthilfe erstreckt sich in erster Linie auf Not leidende Kinder und von HIV/ AIDS betroffene Familien in Kenia.
Projekte
Die verschiedenen Hilfsprojekte der Baobab Family werden im Folgenden skizziert. Ausführliche Informationen finden sich auf der Website des Vereins.
Waisenkinderhaus Mikindani
Das Waisenkinderhaus in Mikindani war das erste Projekt der Baobab Family und hat auch heute noch für den Verein einen besonderen Stellenwert. Die Arbeiten an der Einrichtung begannen im Jahr 2001. Derzeit leben in dem Haus 31 Jungen, überwiegend Straßen- und/ oder Waisenkinder.
Die Kinder leben dort zusammen mit kenianischen Sozialarbeitern und gehen zur Schule.
Neben den Straßenkindern sollen in Zukunft auch allein erziehende Mütter in Mikindani unterstützt werden.
Baobab Family Village
Dieses Projekt befindet sich in Planung. Auf einem Grundstück von 36.000 m2 ist der Aufbau eines kompletten Familiendorfs vorgesehen. Das Grundstück stellt eine Schenkung eines pensionierten Lehrers an Baobab Family e.V. dar und wird überschrieben, so bald die Kosten für den ersten Bauabschnitt gedeckt sind.
Das Dorf soll in Homa Bay im Westen Kenias am Viktoriasee entstehen (s. Karte).
In dem Kinderdorf sollen zunächst nur Mädchen untergebracht werden, die im
vom HI-Virus schwer betroffenen Westen Kenias ihre Eltern verloren
haben.
Das Kinderdorf soll mittels Landwirtschaft, Wasseraufbereitungs- und Solaranlage weitestgehend selbstversorgend werden.
HIV Prävention und Hilfe
Seit 2006 engagiert sich die Baobab Family aktiv in der HIV-Prävention und leistet Hilfe für HIV-Kranke. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Aufklärung der Bevölkerung durch ein Team vor Ort, welches Schulen, Universitäten und Dörfer besucht und auch die Menschen in den Slums von Mombasa.
Besonders schwer betroffene Familien werden neben Medikamenten für die
Kranken auch mit Nahrungsmitteln unterstützt, da die starke Medizin bei
unzureichender Nahrung auf Dauer tödlich wirkt. Diese Familien werden auch über Kleinkredite unterstützt und/ oder in die Baobab-Produktion von Recyclingprodukten und kunsthandwerklichen Erzeugnissen eingebunden (s. nächstes Projekt).
Baobab Family Produktion
Um HIV-Infizierten Arbeitsplätze zu schaffen betreibt die Baobab Family seit 2006 einen kleinen Produktionsbetrieb für Schmuck, Öllampen, Gießkannen, Tüten aus Zeitungspapier und andere dekorative Artikel
Die Produkte werden hauptsächlich an den Baobab Family Infoständen auf diversen Events (Übersicht s. hier) verkauft, teilweise aber auch in "Eine-Welt-Läden" und auch über den Partner-Onlineshop der Baobab Family.
Kurzzusammenfassung
- Unterstützung von Kindern, bedürftigen Familien und HIV-Infizierten in Kenia seit dem Jahr 2000
- besondere Betonung anti-korruptiver Arbeit und größtmöglicher Transparenz im Hinblick auf die Verwendung von Spendengeldern
- Zusammenarbeit mit einem Onlineshop zum Direktverkauf selbst produzierter Artikel
Wie können Sie helfen?
- Geldspenden für die diversen Projekte des Vereins (auch als Online-Spende)
- Mitgliedschaft im Verein (nähere Infos hier)
- Übernahme einer individuellen Kinderpatenschaft (nähere Informationen ebenfalls auf der Website)
Weitere Informationen über Baobab Family e.V. finden Sie auf der Website des Vereins.
Quellen:
http://www.baobabfamily.org
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