roterkeil.net - Netzwerk gegen Kinderprostitution Drucken

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Hintergrund

 Einige erschreckende Zahlen (Quelle: Wikipedia):

  • nach Schätzungen von UNICEF praktizieren weltweit ca. 3 bis 4 Millionen Jugendliche und Kinder Kinderprostitution
  • schätzungsweise 200.000 Sextouristen vergreifen sich jährlich an Kindern und Jugendlichen
  • 95% der Täter sind Männer, die oftmals ihre Übergriffe dokumentieren und als Kinderpornografie verkaufen
  • in Deutschland gibt es nach Schätzungen 10.000 bis 20.000 prostituierte Jugendliche

roterkeil.net ist die Bezeichnung für ein Netzwerk zur Bekämpfung von Kinderprostitution und Kinderpornografie. Ins Leben gerufen wurde das Netzwerk von Kaplan Jochen Reidegeld, der im Jahr 1999 in Kooperation mit dem Orden der Salesianer Don Boscos die "Aktion Bosco Sevana" gründete. Aus dieser Aktion entwickelte sich mittlerweile der Verein "roterkeil.net".

Das Netzwerk roterkeil besteht organisatorisch aus einem Dachverband und insgesamt vier Ortsgruppen in Olfen, Greven, Senden und Bottrop. Unterstützung erhält das Netzwerk durch zahlreiche Prominente, wie z.B. die Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder, Sebastian Kehl, Bernd Korzynietz und die Dressurreiterin Ingrid Klimke.

Roterkeil.net arbeitet bundesweit und unterstützt Projekte in verschiedenen Ländern. Die folgende Karte zeigt, in welchen Ländern Projekte durchgeführt werden:

Projekte 

Zielsetzungen

Das Netzwerk roterkeil.net möchte dem organisierten Verbrechen des Kindesmissbrauchs und der Kinderprostitution eine Bewegung entgegen setzen. Ziel ist es Entscheidungsträger aus Politik, Justiz, kirchlichen und nichtkirchlichen Trägern und Sponsoren zu einem einflussreichen Bündnis zusammen zu schließen und durch gezielte Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit die Ursachen der Problematik zu bekämpfen.

Die Arbeit erfolgt ehrenamtlich und ist parteipolitisch oder kirchlich unabhängig.

Neben diesem strategischen Aspekt spielt die Unterstützung konkreter Hilfsprojekte eine große Rolle. 

Projekte

Im Folgenden werden die einzelnen Länderprojekte in der gebotenen Kürze dargestellt. Ausführliche Informationen finden Sie hier auf der Website von roterkeil.net.

Sri Lanka

In Sri Lanka betreiben die Ordensleute der Salesianer Don Boscos ein dreistufiges Projekt.

Stufe 1: Fieldworker versuchen das Vertrauen von Jungen zu gewinnen, die von Pädokriminellen missbraucht werden, um sie aus diesem Millieu heraus zu holen.

Stufe 2:  In verschiedenen Orten auf Sri Lanka betreiben die Salesianer Wohnheime. In diesen Wohnheimen werden die  Kinder enttraumatisiert und stabilisiert. Ziel ist es, die Kinder an ein Leben in geregelten Bahnen abseits der Straße zu gewöhnen.

Stufe 3: In der Technical School Don Bosco erhalten die Jugendlichen eine Ausbildung - und damit das Rüstzeug für ein neues Leben. Nach Abschluss der Volksschule werden die Kinder in verschiedenen technischen Berufen ausgebildet. Die Qualität der Ausbildung liegt weit über dem Landesdurchschnitt, und deshalb sind die Absolventen dieser technischen Schule gesuchte Arbeitskräfte.

Deutschland

Auch in Deutschland gibt es Opfer von Kinderprostitution. Aus diesem Grund unterstützt das Netzwerk roterkeil.net mit Looks e.V. und Sub/Way Berlin e.V. zwei Projektpartner in Deutschland.

Looks e.V. hat zum Ziel, die gesundheitliche und psychosoziale Situation von männlichen, teilweise minderjährigen, Prostituierten in Köln zu verbessern und bietet Hilfsangebote für Ausstiegswillige an. Dazu arbeitet der Verein unter anderem auch mit minderjährigen Prostituierten in Köln.

Sub/Way Berlin e.V. möchte Jungen vor sexueller Ausbeutung und Gewalt schützen. Sozialarbeiter sprechen die Jugendlichen an einschlägigen Orten an und bieten Hilfe in Form von Anlaufstellen mit ärztlicher Hilfe und psychosozialer Betreuung an.

Nähere Informationen zu beiden Partner vereinen finden Sie auf den jeweiligen oben verlinkten Websites. 

Tschechien 

An der Karls Universität Prag finanziert roterkeil.net eine wissenschaftliche Untersuchung zum Thema "Kinderprostitution in Tschechien".

Die Studie wird von dem Wissenschaftler Rene Milfat betrieben. Die Ergebnisse der Studie werden in Kürze auf der Website von roterkeil.net vorgestellt.

Kambodscha

Die Stadt Poipet (41.000 Einwohner) liegt am Rande der Provinz Banteay Mean Chey unmittelbar an der Grenze zu Thailand. Sie wird häufig als das Armenhaus Kambodschas beschrieben und wirkt wie ein großes Elendsviertel - ein "idealer" Nährboden für pädokriminelle Machenschaften.

Inmitten dieses Elends errichteten die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern in Kambodscha Programme, Wohnheime und Ausbildungszentren für Mädchen und Jungen.

Eines dieser Projekte wird von roterkeil.net finanziell unterstützt.

Philippinen

Im Boyshome in Cebu (s. Bild) werden Straßenkinder, die nur allzu leicht in die Hände von Kinderfängern geraten, betreut, ausgebildet und versorgt.

Kinder aus dem Boyshome

Angola

Das Viertel Lixeira liegt in Luanda der Hauptstadt Angolas, „Lixeira" kommt von „Lixo" (Abfall) und bedeutet Mülldeponie. Auf dieser ehemaligen Deponie leben heute 600.000 Menschen auf engstem Raum in provisorischen Unterkünften aller Art. Die hygienischen Verhältnisse sind katastrophal und die sozialen Entwicklungen führen zu immer höheren Kriminalitätsraten und Gewalttaten.

Um den Betroffenen im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe eine Zukunftsperspektive zu geben und konkret den Hunger zu bekämpfen führen die Salesianer ein Projekt durch, dessen Gegenstand der Aufbau einer Fabrik zur Produktion von Sojamilch, Sojabrot und Sojakeksen ist.

Das Projekt ermöglicht einen Beitrag zur Ernährung von 10.000 Kindern pro Tag zu sehr geringen Kosten. Die Begünstigten sind insbesondere die Schüler der Schulen und Alphabetisierungszentren, die Patienten der Gesundheitszentren, die Kinder in den Straßenkinderzentren, aber auch andere Einwohner im Viertel Lixeira und in anderen Stadtvierteln von Luanda mit einer hohen Zahl an Notleidenden.

Im Sinne einer einfachen beruflichen Qualifizierung soll ein Ausbildungsgang in Sojamilchproduktion für Jugendliche aus den salesianischen Einrichtungen in Lixeira angeboten werden. Außerdem schafft die Fabrik Arbeitsplätze in Produktion und Vertrieb und leistet somit einen Beitrag zur Wirtschaftsförderung der Region. Überschüsse aus dem Verkauf der Sojamilchprodukte sollen zur Finanzierung anderer Hilfsprojekte in Lixeira verwendet werden

Uganda

In Kigumba-Katulikire leitet Pfarrer Emmanuel Twinomujuni den Aufbau eines Schulbetriebes mit Internat für Waisen- oder Halbwaisenkinder, zumeist Opfer des Krieges in der Region.

Das Zentrum fördert zur Zeit 240 Waisenkinder, welche in 5 Klassen unterrichtet und im Internatsgebäude betreut und verpflegt werden. Im Mittelpunkt steht auch hier das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Das bedeutet konkret, dass die in dem Internat betreuten Kinder eine schulische und eine einfache handwerkliche Berufsausbildung erhalten, um somit später selbst zurecht zu kommen und anderen Not leidenden Menschen helfen zu können. 

Kurzzusammenfassung

  • Netzwerk für den Kampf gegen Kinderprostitution (Motto: "Holt die Kinder vom Strich)
  • Dachverband mit vier Ortsgruppen
  • Unterstützung verschiedener Projekte weltweit im Kampf gegen Kinder- und Jugendprostitution
  • Zusammenarbeit mit anderen unabhängigen Hilfsvereinen, z.B. Looks e.V. und Sub/Way Berlin e.V. in Deutschland 
  • zahlreiche prominente Förderer






 

 

Wie können Sie helfen? 

  • Geldspenden
  • Mitgliedschaft
  • Übernahme einer Patenschaft für das Projekt in Uganda (nähere Informationen hier)

 

Nähere Informationen gibt es über die Kontaktmöglichkeiten auf der Website von roterkeil.net.

Weitere Informationen über das Netzwerk roterkeil.net finden Sie auf der Website


Quellen:
http://keil.mndatio.de/index.php?page=news 
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 21. März 2008 )