Hintergrund
Eritrea ist eines der ärmsten Länder der Welt. Der aktuelle Human Development Report des UNO-Entwicklungsprogramms UNHDP (aus dem Jahr 2006) führt Eritrea bei dem Ranking des Human Development Index (HDI) an 157. Stelle (von insgesamt 177) und damit in der niedrigsten Gruppe der Länder mit "Low Human Development":
(Quelle: UNHDP Human Development Report 2006 )
Das Land ist durch Jahrzehnte lange kriegerische Auseinandersetzungen mit dem Nachbarland Äthiopien ausgeblutet. Einige weitere Zahlen belegen die schwierige wirtschaftliche und soziale Lage, in der sich die Menschen in Eritrea befinden:
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Bruttosozialprodukt pro Kopf: 70 - 150 US-Dollar
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Analphabetenrate: 80 %
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durchschnittliche Lebenserwartung: 46 Jahre
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Ein Arzt versorgt 28.000 Menschen.
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Nur jedes zweite Kind kann eine Schule besuchen.
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Nur jede/r 13. Einwohner/in hat Zugang zu sauberem Trinkwasser.
(Quelle: Eritrea-Hilfswerk in Deutschland e.V.)
Zur Zeit des langjährigen Krieges gegen Äthiopien wurde 1976 das Eritrea-Hilfswerk in Deutschland (EHD) von einer Gruppe Deutscher und in der Bundesrepublik
lebender Eritreer gegründet. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt und trägt seit 1994 das Spendensiegel des DZI.
Zunächst konzentrierte sich
die Hilfe des EHD für die notleidende Bevölkerung auf
die Unterstützung von Flüchtlingen, die Gesundheitsversorgung
und die Nahrungsmittelhilfe. Neben dieser humanitären Hilfe leistet der Verein heute strukturelle Hilfe und beteiligt sich mit breit gefächerter Arbeit im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie im landwirtschaftlichen Bereich am Wiederaufbau des Landes.
Dabei arbeitet das EHD mit den
zuständigen Ministerien, mit Nichtregierungsorganisationen wie "Vision Eritrea" und auf aller unterster Ebene mit den jeweiligen Dorfkomitees zusammen.
Zielsetzungen
Neben der Hilfe für Not leidende Menschen in Eritrea und dem (Wieder-)Aufbau des Landes möchte das Eritrea-Hilfswerk in Deutschland durch gezielte Öffentlichkeits-
und Informationsarbeit dazu beitragen, Wissen
über das Land Eritrea, seine Geschichte und die aktuelle
Situation zu verbreiten und die Völkerverständigung
zwischen Deutschland und Eritrea zu stärken.
Projekte
Die von dem EHD durchgeführten Hilfsprojekte müssen verschiedenen Kriterien genügen, die hier auf der Website des Vereins dezidiert dargestellt sind. Zusammengefasst werden folgende Anforderungen gestellt: Die Projekte müssen nachhaltig sein, Hilfe zur Selbsthilfe vermitteln, einer möglichst großen Zahl tatsächlich Bedürftiger zu Gute kommen, ökologisch verträglich sein und gleichzeitig einen Beitrag zur Wirtschaftsförderung des Landes leisten.
Auf der Website des EHD findet sich eine höchst informative Dokumentation der durchgeführten Projekte. Unter Verwendung der Projekt-Kurzbeschreibungen auf der Website des EHD werden nun einige dieser Projekte exemplarisch skizziert:
Not- und Nahrungsmittelhilfe
Seit dem Jahr 2000 leistet
das EHD in Zusammenarbeit mit Terra Tech und dem Auswärtigen
Amt der Bundesregierung Nothilfe in Eritrea (s. Bild). Diese Hilfe war vor allem durch die Jahre lange extreme Dürre in Eritrea für viele Menschen überlebenswichtig geworden. Die Hochenergienahrung
DMK wird an Bedürftige, vor allem Kinder, Schwangere
und stillende Mütter, verteilt. Die Zusammensetzung dieser speziellen Nahrung (Durrah=Getreide, Milk=Milch und Kidney=Bohnen) entspricht genau
den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für
die Versorgung unterernährter Menschen.
Waisenheime
Durch Krieg und Dürre
gibt es in Eritrea etwa 100.000 Waisenkinder. Nicht alle
können bei Verwandten untergebracht werden. Das EHD
hat seit dem Jahr 2000 den Bau und die Ausstattung mehrerer
Waisenheime unterstützt, wo die Kinder in Kleingruppen
zusammenleben können und betreut werden.
Zahnmobil Asmara
Dem großen Engagement
einer Fellbacher Gruppe um Zahnarzt Dr. Jens-Peter Würfel
ist es zu verdanken, dass Eritrea ein Zahnmobil bekommen
hat (s. Bild). Nachdem die Zahnklinik in Asmara und die Zahnabteilung
im Krankenhaus in Dekemhare ausgestattet worden waren, wurde
mit Einsatz und freiwilliger Arbeitsleistung vieler Fellbacher
Handwerker ein Transporter zu einer Zahnarztpraxis umgebaut
und im November 2003 nach Eritrea gebracht. Es fährt
jetzt durch Eritrea und ermöglicht ein landesweites
Präventionsprogramm.
Das Zahnmobil wurde durch das EHD mitfinanziert.
Jegar-Schule
Jegar ist ein kleines Dorf in der Nähe
von Elabered. Dort konnte mit Unterstützung mehrerer
Partnerorganisationen und dem Kindermissionswerk im Jahr 2000
eine Grundschule für 170 Kinder aus der Region gebaut
werden. In den Jahren 2001 und 2002 wurden Lehrerwohnungen errichtet,
und 2003 erhielt die Schule mit einem Zuschuss der nordrhein-westfälischen
Landesregierung eine Solarenergieanlage, um Elektrizität
für die Abendkurse zu erzeugen.
Jegar
Wasserversorgung
Nach positiven Erfahrungen hat sich das EHD
entschlossen, die Region um Jegar als Schwerpunktgebiet für weitere
entwicklungspolitische Projekte zu unterstützen.
Mittlerweile wurden in den Jahren 2006 bis
2007 die Wasserversorgung für Jegar und vier umliegende Dörfer, insgesamt rund
6000 Menschen, grundlegend verbessert, mehrere Brunnen gebaut und 6 Microdämme
mit einem Fassungsvermögen von rund 100 000 Kubikmeter Wasser sichern nicht nur
die Versorgung mit sauberem Wasser aus geschlossenen Brunnen, sondern
ermöglichen auch künstliche Bewässerung und damit eine Sicherheit für die
landwirtschaftliche Produktion.
Das Staudammprojekt wird von
Terrassierungsarbeiten an den Berghängen begleitet.
Die folgenden Bildern vermitteln einen Eindruck von den Arbeiten rund um das Wasserversorgungsprojekt:

Dekemhare-Klinik
Eine Klinik mit 65 Betten
konnte im Oktober 2000 in Dekemhare eröffnet werden.
Sie wurde komplett ausgestattet, enthält mehrere Behandlungszimmer
und Operationssäle, ein Labor, eine Blutbank sowie
Küche und Verwaltungsräume. Fünf Ärzte,
17 Krankenschwestern, 24 Krankenpfleger, drei Laboranten,
zwei Radiologen und ein Zahnarzt übernehmen die medizinische
Versorgung. Dieses Projekt konnte nur mit Hilfe von Brot
für die Welt, Misereor, dem Dekemhare-Komitee, dem
Schweizer Unterstützungskomitee für Eritrea (SUKE)
und dem Schweizer Roten Kreuz umgesetzt werden
Ausbildung von Veterinären
Im Bereich der
Landwirtschaft wurde bereits mehrfach tiermedizinische
Hilfe geleistet. Im Jahr 2000 konnten mit einem Zuschuss
des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung 144 veterinärmedizinische Helfer
ausgebildet und mit einfachen Behandlungsmaterialien
ausgestattet werden.
Brunnenbau Guaruk
Eine heftige Flutwelle hat den im Jahre 2004 gebauten
Brunnen von Guaruk teilweise zerstört. In Zusammenarbeit
mit der Bevölkerung wurde der Brunnen mit Hilfe
des EHD wieder instandgesetzt.
Kurzzusammenfassung
- Hilfsorganisation mit langer Tradition (seit 1976)
- humanitäre Hilfe verzahnt mit Unterstützung des Bildungs- und Gesundheitswesens sowie entwicklungspolitischer Förderung der lokalen Wirtschaft Eritreas
- enge Kooperation mit Partnern in Eritrea
Wie können Sie helfen?
- aktive Mitgliedschaft oder Fördermitgliedschaft
- Projektpartnerschaft (Partnerschaftserklärung auch online möglich)
Weitere Informationen über das Eritrea-Hilfswerk in Deutschland (EHD) e.V. finden Sie auf der Website des Vereins.
Quellen:
http://www.eritrea-hilfswerk.de
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